3D-Filme oder Das Ende der Piraterie

Nach seinem Bombenerfolg "Titantic", im Jahre 1997, hat es sich James Cameron zur Aufgabe gemacht, das Kino und die Filme zu revolutionieren. Zehn Jahre lang hat der Regisseur an seinem neusten Streifen gearbeitet – "Avatar". Obwohl mich die aufdringliche Werbung zum Film langsam zu nerven begonnen hatte, entschied ich mich den Film anschauen zu gehen. Weniger wegen dem Film und der Story, aber mehr wegen der neuen 3D-Technik. Als "Ice Age 3" ins Kino kam, hab ich ihn auch in 3D geschaut. Es war eigentlich ganz gut, aber richtig vom Hocker gehauen hats mich noch nicht.
Von "Avatar" hatte ich bis dahin schon faszinierendes gelesen und gehört : "Gestochen scharfe Bilder!", "Ein nie dagewesendes 3D-Erlebnis!", "Man spielt praktisch im Film mit!". So bin ich letzten Sonntag, also mit hohen Erwartungen und gespannt ins Kino gegangen. Ich wurde nicht enttäuscht. Der Film war der Wahnsinn! Die Story zwar vorausschaubar, aber die Bilder und das 3D-Erlebnis war echt der Hammer. Man hat richtig gemerkt, dass der Film voll und ganz aufs 3D ausgelegt ist. Ohne dass, wär der Film nur halb so gut und daher auch halb so erfolgreich gewesen, behaupte ich jetzt einmal. 😉
Wieder zuhause hab ich mit Freunden noch lange über den Film und die Technik gesprochen. Dabei sind mehr oder weniger nur Halbwahrheiten herausgekommen und deshalb hab ich mich entschlossen ein bisschen genauer zu recherchieren, wie denn diese 3D-Technik genau funktioniert.

In jenem Kino wurden uns zu Beginn des Filmes spezielle Brillen ausgehändigt. Die Brillen funktionieren mit sogenannter Stereoskopie-Technik oder auch Raumbildprojektion genannt. Mit alter Technik wie dem Analglyphen-Verfahren (Rot-Grün-Brille) hat diese Technik nichts mehr am Hut. Der Film kommt digital von dem sogenannten DCP (Digital Cinema Package) in verschlüsselter Form. Im Unterscheid zu den "normalen" 2D-Filmen, werden beim neuen 3D-Verfahren 48 statt 24 Bilder pro Sekunde gesendet – Für jedes Auge also 24. Diese Bilder, für jedes Auge unterschiedlich, können mit Hilfe der Spezial-Brille und deren unterschiedlichen Polaroid-Gläsern, als räumliches Bild, farbgetreu wahrgenommen werden.

Viele Kinobetreiber freuen sich  über den Anklang, den die neuen Filme so mit sich bringen. In den USA stürmen dank der neuen Technologie, so viele Leute ins Kino, wie schon seit 20 Jahren nicht mehr. Deshalb wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass 3D auch die Antwort  auf die Film-Piraterie ist. Jeffrey Katzenberg ("Shrek", "Madagaskar")  meint, dass mit den 3D-Filmen wieder die geteilte Erfahrung mit den Mitzuschauern wichtig wird. Es gibt halt momentan noch keine vernünftige Methode zu Hause 3D zu schauen. Katzenberg formuliert auch, dass über 90% aller Raubkopien mit sogenannten Minikameras, direkt im Kino, aufgenommen werden. Versucht man dies mit einem 3D-Film "kann man die Bilder auch gleich wegschmeissen", wie Katzenberg zu sagen pflegt.

Allerdings sei dies nur ein geschäftlicher Aspekt der Filmindustrie, meint Katzenberg. Ihm gehe es in erster Linie darum das Potenzial das 3D in Kombination mit guter Erzähltechnik hat, vollends auszuschöpfen. Ich teile meine Meinung voll und ganz mit Katzenberg. Auch mir ist es wichtig im Kino gute und spannende Filme zu sehen. "Avatar" hat mir gezeigt, dass trotz flacher Story 3D-Filme echt cool sind und einen trotzdem mitreissen können.

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Nicole Strebel

Über Nicole Strebel

Arbeitet im Bereich Web&Apps als Entwicklerin und Webdesignerin. Ist unter anderem Spezialistin in JQuery, HTML5/CSS3, VB.Net & SQL. Freizeittechnisch beschäftigen sie aktuell Cupcakes, Geocaching und Büssli fahren.
  1. Martin Wildi
    Januar 4, 2010

    Ich ging aus ähnlichen Gründen ins abaton a in Zürich. Allerdings konnte mich die 3D-Technik nicht wirklich überzeugen. Es gab Szenen, die genial waren (z.B. als die Asche vom Himmel fällt), meistens aber wären die Bilder in 2D wohl ebenso gut rübergekommen. Im Abaton wurden die Brillen zu 3 Franken verkauft, die Technik hiess "Real 3D", leider finden sich keine genaueren Angaben zu den verwendeten Techniken seitens der Kinos.

  2. Januar 5, 2010

    James Cameron ist nicht wirklich mein Lieblingsregisseur ("…bitte, bitte lass Leonardo endlich untergehen") aber ich stimme Nicole 100% zu! Avatar stellt sicherlich, zumindest visuell, einen Meilenstein in der bisherigen Kinogeschichte dar. Und dieses Werk im Heimkino, also ohne 3D-Effekte, zu konsumieren ist wie alkoholfreies Bier: geht schon, aber fühlt sich irgendwie nicht richtig an ; )

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