Über Eigeninitiative und mit Unterstützung von der BBB und IN4OUT, absolvierte ich im Sommer 2017 einen Sprachaufenthalt in Cardiff – der Hauptstadt von Wales. Ich hauste bei einer Gastfamilie etwa 15min mit dem Bus vom Zentrum entfernt, was sehr cool war (wenn man mal das Bussystem verstanden hat – Grossbritannien und Busse naja). Jackie, meine Gastmutter 48 Jahre alt Räucherstäbchenfanatikerin und stolze Besitzerin zweier pinken Sofas, war sehr nett, erzählte mir viel von ihrer Vergangenheit und gab mir sehr viele Freiheiten im Alltag.

Ich besuchte täglich von 08:45 – 12:00 und 12:30 – 14:00 eine Sprachschule. Am Morgen hatte ich jeweils normales Advanced-English und am Nachmittag besuchte ich eine Business-English Klasse. Im Advanced-English befassten wir uns mit allgemeinen Themen entweder vom Lehrbuch oder unser Lehrer interpretierte. Ich präferierte, trotz zweitägigem Auseinandersetzen mit Geräuschen, letzteres, da das Lehrbuch eigentlich unbrauchbar war. In der Business-English Klasse war alles ein wenig auf Business bezogen. Einmal mussten wir uns ein Produkt überlegen und dann, mit einer Präsentation, Investoren von unserer Idee überzeugen. Ich kreierte ein (imaginäres) Shampoo namens «STAYDRY», mit welchem die Haare 24h wasserabweisend sind und somit nicht nass werden. Der Markt im Vereinigten Königreich dafür, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gross (wie ich es selbst erfahren habe). Allgemein sprachen wir immer sehr viel und in den kleinen Klassen (5-7) mit den professionellen Lehrpersonen lernte ich einiges. In den ersten beiden Wochen, traf ich kein einziger Schweizer. In der 3. und 4. Woche jedoch, kamen zwei Welsche, was mir jedoch auch nicht viel brachte. In der ganzen Zeit wo ich dort war, traf ich allgemein keine einzige deutschsprechende Person und somit sprach ich die ganze Zeit nur Englisch, was im Nachhinein ein grosser Vorteil war.

Das Beste an den 4 Wochen in Wales, waren jedoch die Leute, die ich kennengelernt habe und was wir alles zusammen erlebt haben. Von stundenlangem Volleyballspielen im Park, was hochrote Unterarme mit sich brachte, über nächtliche Gitarren-Jam-Sessions und nicht ganze ernstgemeinte Wortgefechte mit meinem Lieblings Costa Ricaner bis zu tiefgründigen, nicht ganz nüchternen, Gesprächen um 3 Uhr morgens in einem walisischen Pub erlebten wir alles. Einfach unvergesslich.

Meine neuen Freunde kamen von überall her und in Englisch konnten wir alle miteinander kommunizieren. Es gab jedoch kein Tag, an welchem Spanisch nicht dominierend war. Wir machten zusammen diverse Ausflüge nach Südwest-Wales auf die Gower-Halbinsel mit wunderschönen Stränden, in den hügligen Brecon-Beacons-Nationalpark und ein Besuch der englischen Hauptstadt durfte natürlich auch nicht fehlen. Cardiff selber war eine interessante Stadt im Vergleich zu London jedoch viel kleiner und angenehmer. Zum einen weil es nicht so hektisch war und zum anderen wegen den sehr freundlichen Walisern (was ich erstaunt zur Kenntnis nahm).

Obwohl es Juli war, kam mein einziges paar kurze Hosen, nie zum Einsatz, aber ich werde die Zeit in Cardiff nie vergessen und kann so ein Sprachaufenthalt jedem nur weiterempfehlen (vor allem wenn der Lehrbetrieb dies mit zwei Wochen Ferien unterstützt).

Yanik Binder

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